5. September 2019

Gute Perspektiven für das Integrationsbudget ab 2020

Mit dem Aufruf „Keine Panik!“ begrüßte Staatsrat Jan Fries die Anwesenden auf dem Fachtag „Integration(sbudget) zuende? – Von der Integration zur Teilhabe junger Menschen“, der am 30.8. im Domkapitelsaal stattfand. Organisiert hatte den Fachtag ein Trägerbündnis, bestehend aus dem Bremer Jugendring, VAJA, dem LidiceHaus, dem Sportgarten und der AWO mit Unterstützung des Referats 22, Kinder- und Jugendförderung. Die zentrale Frage des Tages war: Wie geht es mit der Integration junger Menschen in Bremen weiter, sowohl konzeptionell als auch finanziell?

Das Motto „Keine Panik!“ zog sich als roter Faden durch die anschließenden Inputs und Diskussionen, die allesamt einen sehr konstruktiven Blick auf die Fragestellung ermöglichten. Frau Prof. Dr. Gunda Voigts von der HAW Hamburg startete mit einem frischen wissenschaftlichen Blick auf die enge Verbindung zwischen außerschulischer Jugendbildung und nachhaltiger gesellschaftlicher Integration, untermalt von den Ergebnissen des 15. Kinder- und Jugendberichts. „Jugend ermöglichen!“ heißt es dort. Gunda Voigts betonte die Wichtigkeit einer solchen Perspektive auf Jugend als eigenständigen Lebensabschnitt, in dem Jugendliche unter hohen Ansprüchen und gesellschaftlichem Druck eigene Entscheidungen treffen und sich in der Gesellschaft verorten müssen. Um diese Schritte zu meistern, werden Freiräume und Orte der (politischen) Beteiligung und Unterstützung, wie es die außerschulische Jugendbildung zur Verfügung stellt, in einer heterogenen Gesellschaft immer wichtiger und benötigen somit eine bessere Förderung.

 

 

Nach einem aktuellen Blick auf das Bremer Integrationskonzept von der Migrations- und Integrationsbeauftragten Silke Harth sowie auf die Entwicklung der Zuwanderungszahlen von Michael Lenhart aus dem Referat 22, stellte sich eine breite Auswahl der seit 2016 geförderten Projekte vor und zeigte, wie vielfältig, kreativ und erfolgreich seitdem Netzwerke aufgebaut, Synergien genutzt und (junge) zugewanderte Menschen und ihre Familien erreicht wurden. Ob bei außerschulischen oder politischen Bildungsangeboten, wie zum Beispiel dem Projekt „Unexpected“ des Bremer Jugendrings oder in den Angeboten des LidiceHauses, bei der aufsuchenden Sozialarbeit von VAJA, bei niedrigschwelligen Begegnungsangeboten in den Häusern der Familie, bei Mobilitätsangeboten im Sportgarten oder der Wohnraumvermittlung an geflüchtete Menschen durch die AWO – es wurde mehr als deutlich, dass Integrationsprozesse immer stärker durch Beteiligung zugezogener Menschen stattfinden und dass das Wegfallen des Integrationsbudgets eine enorme Leerstelle hinterlassen würde. Integration wird zu Teilhabe – und die Unterstützung dieser Prozesse ist gerade jetzt noch spannender und dringlicher geworden.

Zum Abschluss diskutierten Politiker_Innen und Praktiker_Innen – Sahhanim Görgü-Philipp (Die Grünen), Sofia Leonidakis (Die Linke), Valentina Tuchel (SPD), Michael Keller (CDU), Monika Frank (Abteilungsleitung Junge Menschen und Familie), Arabella Walter (Bremer Jugendring) und Jens Schaller (VAJA e.V.) – gemeinsam auf dem Podium zur Fortführung der Finanzierung dieser guten Projekte und zu neuen Perspektiven auf Integration. Konsens dabei war, dass die vorgestellten Projekte weitergeführt und intensiviert werden sollen, die Synergieeffekte der Träger in Bremen unterstützt werden müssen, Planungssicherheit für die Fachkräfte und die Jugendlichen enorm wichtig ist und dass insbesondere in der außerschulischen Jugendbildung die Chance eröffnet wird, gemeinsam mit den verschiedenen Zielgruppen an der Konzeption einer inklusiven Gesellschaft zu wirken – die Voraussetzung für Demokratie!

 

 

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