Inklusion in der Jugend(verbands)arbeit umsetzen!
Das Projekt „Brifi 27 – Bremer Index für Inklusion bis 2027“
Gemeinsam mit jungen Menschen aus unseren Mitgliedsverbänden in Bremen & Bremerhaven arbeiten wir am Bremer Index für Inklusion (BRIFI). Er soll die Jugendverbände im Land Bremen dabei unterstützen, ihre Strukturen so weiterzuentwickeln, dass Inklusion gelebte Praxis wird. Auch unser Team-Brifi steht den Jugendverbänden beratend zur Seite.

Inhalt

Sabine Kühn
Projektreferentin für Inklusion
Projekt „Brifi 27“

Svea Schnaars
Bildungsreferentin für Migration und Inklusion
Projekte „Unexpected“ und „Brifi 27“
Worum geht es im Projekt Brifi 27?
Mit dem Projekt Brifi 27 schafft der Bremer Jugendring bis 2027 einen Index für Inklusion für die Bremer Jugend(verbands)arbeit. Der Bremer Index für Inklusion – kurz BRIFI – soll eine einfache, verständliche Handreichung bieten, die in der alltäglichen Arbeit von Jugendverbänden und Freizis in Bremen und Bremerhaven gut anwendbar ist. Er soll sie dabei unterstützen, ihre Strukturen auf diverse Barrieren hin zu überprüfen und Methoden zum Abbau dieser zu erarbeiten.
An wen richtet sich Brifi 27?
Brifi 27 richtet sich besonders an dieJugendverbände im Land Bremen. Die Leitfragen des Index für Inklusion, die von jungen Menschen mit und ohne Behinderung(en) entwickelt werden, ermöglichen einen kritischen Blick auf eigene Strukturen.
Vom Bremer Index für Inklusion sollen junge Menschen im Alter von 6 bis 27 Jahren im Land Bremen profitieren, die Angebote von Jugendverbänden und -einrichtungen in Bremen und Bremerhaven nutzen. Der Abbau von formellen und informellen Barrieren, den wir mit Brifi 27 in der Jugendverbandslandschaft Bremens umgesetzt sehen möchten, soll letztlich jedoch allen jungen Menschen zugutekommen.
Wie kannst du mitmachen?
Wenn du zwischen 12 und 27 Jahren alt bist, kannst du Inklu-Scout werden! Melde dich bei Interesse bei Svea oder Sabine. Du brauchst keinerlei Vorerfahrung! Schau auch mal hier vorbei 🙂
Wie läuft das Projekt Brifi 27 im Detail ab?
Unser Projekt verläuft in einem Zeitraum von drei Jahren und ist in drei Projektphasen aufgeteilt:
In Phase 1 sammeln wir gemeinsam mit jungen Menschen sowie einem Netzwerk aus haupt- und ehrenamtlichen Expert im Themenfeld Inklusion Wissen über den aktuellen Stand der Inklusion in Bremen und ermitteln bestehende Bedarfe für den Jugendverbands-Bereich . Dieses Wissen bildet die Grundlage für die Entwicklung von BRIFI
Für die Entwicklung des Index richten wir uns insbesondere an junge Menschen mit und ohne Behinderung(en) im Alter von 12 bis 27 Jahren, die Brifi 27 maßgeblich mitgestalten. Ihre Perspektiven sollen bewusst aufgegriffen werden, damit der Index gemeinsam und bedarfsgerecht entwickelt werden kann. Als Expert*innen für Inklusion in Jugend(verbands)arbeit nennen wir sie „Inklu-Scouts“.
Darüber hinaus sprechen wir ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende in Jugendverbänden, Eltern- und Selbstvertretungsgruppen junger Menschen mit Behinderung(en) sowie Vertreter der Behinderten- und Eingliederungshilfe im Land Bremen an. Sie bilden das begleitende Netzwerk von und für BRIFI. Von ihrem vielfältigen Praxiswissen möchten wir lernen und dieses aktiv in die Entwicklung des Index einfließen lassen.
Auf Grundlage der Erkenntnisse aus dem ersten Projektjahr entsteht gemeinsam mit dem Netzwerk und in enger Abstimmung mit unseren Inklu-Scouts ein erster Entwurf des Index. Dieser soll Jugendverbänden und Jugendeinrichtungen ermöglichen, ihre inklusive Praxis selbst zu evaluieren und weiterzuentwickeln.
Parallel zur Entwicklung des ersten Entwurfs des BRIFI-Index bietet der Bremer Jugendring seinen Mitgliedsverbänden sowie weiteren Interessierten aus der Jugend(verbands)arbeit eine mehrteilige Fortbildungsreihe an. Ziel dieser Fortbildungsreihe ist es, die Akteur zu spezifischen und praxisnahen Themen der Inklusion weiterzubilden. Gemeinsam mit dem BRIFI-Index sollen sie dabei unterstützt werden, Inklusion in ihrer Arbeit leichter umzusetzen und nachhaltig zu verankern.
Ab Herbst 2026 wird der Indexentwurf gemeinsam mit dem Netzwerk und den Inklu-Scouts in der Praxis erprobt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen und Rückmeldungen aus Bremen und Bremerhaven werden genutzt, um den Index zu überarbeiten und zu finalisieren.
Um den fertigen BRIFI-Index bekannt zu machen, möchten wir die Projektergebnisse im Jahr 2027 der Fachöffentlichkeit präsentieren. Hierfür ist ein Fachtag zum Thema Inklusion geplant, auf dem der Index vorgestellt wird. Anschließend können Jugendverbände und Jugendeinrichtungen im Land Bremen den Index anwenden. In weiteren Treffen mit dem Netzwerk und dem Projektteam sollen die Erfahrungen reflektiert sowie die Anwendungsmöglichkeiten des Index kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Perspektivisch möchte der Bremer Jugendring die inklusive Öffnung seiner Mitgliedsverbände und weiteren Einrichtungen der Jugendarbeit im Land Bremen als Berater und Unterstützer in den kommenden Jahren begleiten.
Unsere Kooperationspartner:innen
Der Martinsclub Bremen ist ein bekannter Träger der Behindertenhilfe in Bremen, der zahlreiche Kurse und Freizeitangebote für junge Menschen mit Behinderung anbietet und uns bei der Vernetzung mit interessierten Inklu-Scouts unterstützt.
Das Lidicehaus Bremen ist eine Jugendbildungsstätte und ein zentraler Ort der außerschulischen Bildung von jungen Menschen, welches uns ebenfalls bei der Vernetzung mit interessierten Inklu-Scouts unterstützt.
Gesetze und Verordnungen zu Inklusion in der Jugend(verbands)arbeit
Im Jahr 2006 haben die Vereinten Nationen das „Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ (UN-Behindertenrechtskonvention, UN-BRK) beschlossen, das seit 2009 auch in Deutschland in Kraft getreten ist. Die UN-Behindertenrechtskonvention konkretisiert die universellen Menschenrechte aus der Perspektive von Menschen mit Behinderungen.
Gemäß §11 Abs. 1 des achten Sozialgesetzbuches (SGB VIII) sollen die Angebote der Jugendarbeit allen jungen Menschen frei zugänglich sein und auch für junge Menschen mit Behinderung(en) nutzbar sein.
Das SGB VIII soll grundlegend reformiert werden. Künftig sollen die Leistungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung(en) im SGB VIII geregelt werden. Bislang bestand eine Trennung zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe, wodurch Kinder und Jugendliche mit Behinderung(en) gegenüber Kindern und Jugendlichen ohne Behinderung(en) unterschiedlich behandelt wurden. Geplant ist, ab 2028 die Zuständigkeiten der Eingliederungshilfe (SGB IX) und der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) im Rahmen der sogenannten „Inklusiven Kinder- und Jugendhilfe“ zusammenzuführen.
Auch in der Bremer Landesverfassung werden die Rechte von Menschen mit Behinderungen explizit benannt, sowie die einhergehende Verantwortung und der besondere staatliche Schutz, unter dem sie stehen.

Fortbildungs-Angebot zum Thema Inklusion
Inklusion in der Bremischen Jugend(verbands)arbeit umsetzen!





